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Family Offices drängen stärker in Private Markets

Geschrieben von Redaktion | 31. Mär 2026
Wie investieren große Vermögen in unsicheren Zeiten? Der „2026 Global Family Office Report“ der J.P. Morgan Private Bank gibt darauf eine klare Antwort: Private Markets gewinnen weiter an Bedeutung.

Die Börse ist ein tägliches Stimmungsbarometer. Sie misst Nervosität in Echtzeit, reagiert auf Schlagzeilen in Sekunden und verwechselt dabei nicht selten Bewegung mit Richtung. Wer große Vermögen über Jahre und Generationen steuern will, braucht deshalb mehr als Liquidität. Es braucht Orientierung.

Genau darum lohnt der Blick auf die Family Offices dieser Welt gerade jetzt. Während geopolitische Spannungen zunehmen, Öl wieder als Krisenbarometer zurückkehrt und Inflationssorgen ein Comeback erleben, verschieben viele der professionellsten Investoren ihre Gewichte im Portfolio. Weg von der reinen Börsenlogik. Hin zu Anlageformen, die stärker auf Substanz, Struktur und langfristige Wertschöpfung setzen.

In dieses Umfeld fällt der „2026 Global Family Office Report“ der J.P. Morgan Private Bank. Seine Botschaft ist eindeutig: Family Offices bauen ihre Allokation in Private Markets weiter aus. Nicht als modische Beimischung. Sondern als strategische Antwort auf eine Welt, die unruhiger, politischer und schwerer berechenbar geworden ist.

Die Grundlage des Reports ist belastbar. Befragt wurden 333 Single Family Offices aus 30 Ländern mit einem durchschnittlichen Nettovermögen von rund 1,6 Mrd. USD. Es ist die bislang größte und international breiteste Ausgabe der Studie.

Was der Report zeigt

Private Markets sind kein Randthema. Im Durchschnitt halten die befragten Family Offices 30,8 % ihres Vermögens in privaten Investments. Hinzu kommen 4,7 % in Hedgefonds. Öffentliche Aktien bleiben mit 38,4 % zwar die größte Einzelposition. Aber die Rolle der Alternativen ist längst strategisch.

Besonders deutlich wird das beim Ausblick: 37 % der Family Offices wollen ihre Allokation in Private Equity in den kommenden 12 bis 18 Monaten erhöhen. Das ist der höchste Wert aller abgefragten Anlageklassen. Auch Real Estate, Private Credit, Growth Equity, Venture Capital und Secondaries stehen weit oben auf der Ausbauliste.

Zugleich dominiert Unsicherheit das Risikobild. Geopolitik ist global das am häufigsten auf Rang 1 genannte Portfoliorisiko. Inflation bleibt ebenfalls ein zentrales Thema. Family Offices, die Inflation als Hauptrisiko sehen, allokieren im Schnitt fast 60 % in Alternatives. Das sind rund 20 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt.

Bemerkenswert ist auch, was viele nicht tun. 72 % haben kein Gold im Portfolio. 89 % haben keine Krypto-Quote. Das spricht gegen reflexhafte Krisenwetten. Gesucht werden eher nachvollziehbare Renditetreiber als symbolische Absicherungen.

Warum das relevant ist

Wenn Unsicherheit steigt, suchen große Vermögen nicht nur Rendite. Sie suchen Struktur.

Private Market Investments passen in dieses Bild, weil sie andere Ertragsquellen erschließen. Nicht tägliche Kursschwankungen stehen im Vordergrund, sondern laufende Cashflows, planbare Wertschöpfung, vertraglich oder operativ begründete Erträge und der Zugang zu Märkten, die an der Börse gar nicht abgebildet werden.

Das heißt nicht, dass Private Markets automatisch sicher sind. Illiquidität, Managerselektion und Strukturqualität bleiben entscheidend. Aber genau deshalb werden sie für professionelle Investoren interessant: weil sie nicht auf Schlagzeilen reagieren, sondern auf Substanz, Partnerqualität und Umsetzungslogik.

Der eigentliche Punkt ist also nicht: Family Offices kaufen jetzt „mehr Alternative Assets“. Der Punkt ist: Sie ordnen ihre Portfolios entlang langfristiger Belastbarkeit neu.

Was das für Anleger bedeutet

Der Report zeigt vor allem eines: Private Markets rücken in den Kern der Vermögensallokation.

Für Anleger ist das relevant, weil sich damit auch die Maßstäbe verschieben. Nicht nur Liquidität und tägliche Handelbarkeit zählen, sondern auch planbare Cashflows, belastbare Werttreiber und der Zugang zu Märkten jenseits der Börse.

Das macht Private Markets nicht per se besser. Aber es macht sie in einem unruhigen Umfeld für viele Investoren sinnvoller. Voraussetzung ist, dass Struktur, Partner und Investmentlogik stimmen. Gerade bei illiquiden Anlagen entscheidet nicht der schönste Case, sondern die Qualität der Umsetzung.

Die eigentliche Lehre lautet daher: Wer heute über Portfolio-Stabilität spricht, spricht nicht mehr nur über Aktien, Anleihen und Timing. Er spricht auch über Substanz, Zugang und langfristige Wertschöpfung.

Fazit: Kapital ist scheu. Aber es ist nicht orientierungslos.

Gerade die großen Vermögen der Welt senden ein klares Signal: In einer Zeit politischer Spannungen, wirtschaftlicher Bruchlinien und wachsender Unsicherheit gewinnt das an Bedeutung, was jenseits des täglichen Marktgeräuschs liegt. Struktur. Zugang. Substanz.

Der J.P. Morgan-Report ist deshalb lesenswert, weil er nicht nur Zahlen liefert, sondern eine Verschiebung im Denken sichtbar macht. Wer verstehen will, wie professionelle Anleger heute auf die Welt blicken, sollte hier beginnen.

Wir haben den vollständigen Report für Mitglieder im alphahill partner circle bereitgestellt.